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Trautskirchen hatte einen der ersten Kindergärten im Landkreis und darüber hinaus.

Die Trautskirchner Schlossbesitzer, Herr Baron Karl Freiherr von Seckendorff
und seine Frau Marie Armgard von Seckendorff geborene von Beurmann
hatten im September 1891 ein Haus mit Hofraum, Baujahr 1878, an der Hauptstrasse in Trautskirchen, für sechstausend Mark gekauft.

Dieses Haus schenkte die Baronin 1896 dem St. Johannis-Zweigverein unter der Leitung
von Pfarrer Hofinger, um darin eine „Kinderbewahrungsanstalt“ – so war die damalige Bezeichnung für Kindergarten, zu errichten.
Eine Steininschrift an der Fassade des Gebäudes, bezeugt heute noch diese Stiftung.
Die Einweihung dieser Kinderbewahranstalt war am 14. April 1896 eine große Besonderheit für Trautskirchen.
Mit Kriegsbeginn 1914 bekam der St. Johannis-Zweigverein erste finanzielle Probleme.
Frau Marie Armgard von Seckendorff bat den damaligen Trautskirchner Pfarrer Deininger,
den Kindergarten doch in die Obhut der Diakonissenanstalt Neuendettelsau zu geben,
was die Zenntalgemeinde absolut nicht wünschte.
1928 wandte sich Ortspfarrer Fischer, mit der Kinderschul-Jahresrechnung über 70 Mark Schulden, bittend an den Bezirkstag.
Es ist anzunehmen, dass es daraufhin eine kleine Finanzspritze gab,
denn in den Jahren 1929-1930 wurde die Kinderschule saniert.
Im Dezember 1934 verstarb die Stifterin Marie Armgard Freiherrin von Seckendorff im Alter von 89 Jahren.
Auf dem Gebäude lastete eine Hypothek von zehntausend Mark und
der St. Johannis-Zweigverein stand vor dem Konkurs.
Daher forderte Pfarrer Fischer, statt des normalen Beitrags, freiwillig zwanzig Pfennig mehr zu bezahlen, um die Kinderschule zu retten. Das gelang jedoch nicht.
Im September 1935 wurde das Vollstreckungsurteil über den Besitz des Vereins mit einem
„Heil Hitler“ zugestellt.
Die Kinderschule ging somit in die Hände der Nationalistischen Volkswohlfahrt, einer
Untergliederung der NSDAP.
1945 ging das Gebäude dann an das Land Bayern und die Kirche kaufte es zurück.
Zeitzeugen erinnern sich gut und gerne an ihre „Kinderschulzeit“.
Damals waren es immer mindestens fünfzig Kinder und zwei Kinderschwestern.
Im Erdgeschoss befand sich der Kindergarten, hinter dem Haus gab es eine große Wiese
mit einem Freiluft-Trockenklo.
Es gab damals schon eine Mittagsbetreuung mit Mittagsschlaf auf klappbaren Liegestühlen.
In den 60er Jahren entsprach lt. Behörden das Haus nicht mehr den neuzeitlichen Anforderungen. Deshalb war für die Trautskirchner Kinder der Kindergarten für fünf Jahre geschlossen. Das Projekt für einen Kindergartenneubau zerschlug sich.
Der damals neugewählte Bürgermeister Hans Stoll veranlasste zügig , den Kindergarten gegen den Willen der Behörden, wieder zu öffnen. Alle Familien mit Kindern atmeten auf. 1974 startete der Kindergartenbetrieb mit einer Erzieherin erneut wieder.
1976 wurde ein neugebauter zweigruppiger Kindergarten, Nähe der Volksschule seiner Bestimmung übergeben.