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Zur Geschichte der Kirchengemeinde Trautskirchen

Nach historischen Quellen hat Bischof von Eichstätt, Gundekar der zweite auf seiner zweiten Reise durch das Frankenland in den Jahren 1074/75 In Tuteskirchen – heute Trautskirchen die Capella St Maria et St Michael geweiht.
1132 kam der Ort Trautskirchen durch die Schenkung des Würzburger Bischofs, Berthold der erste, an das Kloster Heilsbronn.
Im Jahre 1297 wurde Trautskirchen vom Hirschlacher Abt Heinrich zur selbständigen Pfarrei erhoben. Aus der Originalurkunde ist zu entnehmen, dass Bischof Mangold aus Würzburg auf Bitten des Klosters Heilsbronn (Haylsbrune), die Kapelle in Trautskirchen von ihrer Mutterkirche in Erlbach getrennt und der neuen Pfarrei 16 Ortschaften zugeteilt hat.
„ Obernueltgebrech-Oberfeldbrecht, Nydernueltgebrech-Unterfeldbrecht, Stoeckech-Stöckach, Eynahardorf-Einersdorf, Ascrefte- Kräft, Tauersbach-Daubersbach, Tachenbach-Dagenbach, Steinsberge-Steinbach, Fresendorf-Freschendorf, Buche-Buch, Nuwedorfelein-Neudorf, Rütere-Rüdern, Merzebach-Merzbach, Hohenrode-Hohenroth, Vockenrode-Vockenroth, Eckehardsberge-Eckenberg.
Was der Grund für die Herrschenden war, dass Trautskirchen eine eigene Pfarrei werden durfte bleibt ungewiss. Schriftlich belegt ist, dass die Pfarrei und die zugehörigen Ortschaften trotz allen Rechten und Einkünften die Verpflichtung bekam, ein drittel aller Kircheneinnahmen und jährlich vier „Sumer“ Korn nach Nürnberger Maß, an die Mutterkirche in Erlbach zu zahlen. Ab dem Jahr 1309 musste der Pfarrer auch in der Kapelle Neuhof Gottesdienst halten.

Dieser zunächst sehr einfachen Kirchenanlage folgte um 1440 ein gotischer Bau, die Michaelskirche. Aus dieser Bauphase stammt auch die Ummauerung der damaligen Wehrkirchenanlage. Ein kleines reizvolles Torhaus aus dem Jahr 1577 ist in die Wehrmauer eingebaut.
18 Meter von dem damaligen Kirchturm ist bis heute Bestandteil des ca 34 Meter hohen Turms der heutigen St Laurentiuskirche. 1705 – 1709 hatte man dem Turm ein Läutgeschoß aufgesetzt.
Noch erhalten sind auch die Sakristei und der Altarraum, beides ist in die heutige Kirche integriert und historisch erhalten.
1755 wurde unter dem damaligen Bayreuther Markgrafen, die heutige Kirche fertig gestellt.
Für die damals beliebte barocke Form des Kirchenschiffs hatte vermutlich der bekannte Baumeister Johann David Steingruber den Auftrag.

  


Über dem Haupteingang der St Laurentiuskirche befindet sich unübersehbar das markgräfliche Wappen aus dem Jahr 1755.



Seit 1978 bzw. der 700-Jahr-Feier Trautskirchens gibt es ein Wappen der Gemeinde.
Der zu dieser Zeit amtierende Bürgermeister Hans Stoll und seine Gemeinderäte kamen zu der Überzeugung, nachdem unser Schloss und seine Besitzer einerseits, sowie unsere Kirche andererseits, das Schicksal unserer Heimat in geschichtlicher Zeit in der Hauptsache beeinflusst hatten; diese beiden Komponenten - Schloss und Kirche – in einem Wappen für Trautskirchen zu versinnbildlichen.


Im oberen Teil des Wappens finden wir , den zu einer Acht geschlungenen Lindenzweig mit acht Blättern, aus dem Wappen derer von Seckendorff. Wie unser Adelsgeschlecht zu diesem heraldischen Symbol kam, ist historisch leider nicht nachzuweisen.
Vielleicht kann uns diese Volkssage einen Hinweis geben:
Als Kaiser Otto der Große auf einem Kriegszug nach Italien war, kam er durch das Frankenland und rastete im heutigen Langenzenn. Hier stand ein Wirtshaus mit einer alten Linde davor, in deren Schatten sich das Volk oft belustigte. Kaiser Otto fand Gefallen an dem lustigen Treiben während seines Aufenthaltes. Doch störten ihn offensichtlich immer wieder die aufdringlichen Mücken. Ein kecker Bursche brach einen kräftigen Lindenzweig und reichte diesen dem Kaiser, damit er sich der lästigen Angreifer erwehren konnte.
Der Kaiser nahm den grünen Zweig, sah mit Wohlgefallen den freundlichen Burschen an und fragte ihn nach seinem Heimatort. „Seckendorff, Herr“ antwortete der Jüngling schlagfertig.
„So sollst du Seckendorff heißen und deinem Kaiser ein treuer Diener werden – und trage fortan den Lindenzweig als dein Panier!“
Und der Jüngling zog mit seinem Kaiser und kehrte als Ritter, der sich im Kampfe für diesen Ruhm und Ehre erworben hatte, in seine Heimat zurück. Er wurde Ahnherr eines stolzen Adelsgeschlechtes, das noch heute seinen Namen trägt und den Lindenzweig im Wappen führt.
Die untere Hälfte soll aber für den Betrachter die Kirche symbolisieren. Das ursprüngliche Gotteshaus wurde in „Truteskirchen“ als Michaeliskirche geweiht.
Aus diesen historischen Gründen fand im Trautskirchner Wappen der Kirchenpatron Michael seine Versinnbildlichung. Da in der Heraldik jedoch die figürliche Darstellung von Personen nicht üblich ist, kamen hier die Symbole des Erzengels Michael – die gekreuzten, flammenden Schwerter, mit denen er das Böse, aus dem Paradies vertrieben hat –zur Darstellung. So finden wir im unteren Teil des Gemeindewappens die gekreuzten, flammenden Schwerter des Kirchenpatrons als Symbol für unser Gotteshaus.
Die Färbung in Silber und Schwarz erinnert an die Markgrafen von Ansbach, die früheren Landesherren, deren Wappen am südlichen Kirchenportal zu erkennen ist.



Warum die Kirche den Namen St Laurentiuskirche trägt ist nirgends belegt.
Es kann davon ausgegangen werden dass die damalige Einweihung am Laurentiustag
statt fand. Denn der Kirchweihsonntag wird jedes Jahr am Sonntag nach Laurentius
oder direkt am Laurentiustag gefeiert.

 


Es ist belegt, dass ein weitverzweigtes unterirdisches Fluchtwegenetz existiert.
In langen Gängen führen vom Torhaus Fluchtwege ins nahe Gasthaus, ins Schloss und in eine abgelegene Stelle im Wald.
Diese Fluchtwege sind nicht mehr zugänglich.


Trotz selbständiger Pfarrei wurde die Ernennung der Pfarrer, Mesner, Schulmeister, Heiligenpfleger, Totengräber und die Überwachung des Kirchenvermögens, der Kirchenbau und die Rechnungskontrolle weiterhin von Heilsbronn ausgeübt.
Die ortsansässigen Adeligen von Seckendorff gönnten den Heilsbronnern diese Privilegiengefühle absolut nicht. Es gab ständige Querelen.

Die Reformation hatte zwar im oberen Zenngrund schon sehr früh, im Jahr 1528 Einzug gehalten , aber durch den häufigen Wechsel der Schlossherren, welche zur damaligen Zeit auch die Religion der Untertanen bestimmten, ist es sehr schwer für Trautskirchen einen genauen Zeitpunkt festzustellen.
Aus dem Jahr 1588 ist folgendes nachzulesen: „… dass bis dahin die Lutheraner mit den Katholiken dortherum friedlich verkehrt und ihre kirchlichen Akten bei ihren betreffenden Kirchen gesucht haben.“
In den Jahren 1625 bis 1632 wüteten hauptsächlich Kaiserliche, jedoch auch Schweden und andere Landsknechthaufen in unserer Heimat. Dazu kam dann auch noch die Pest.
Trautskirchen und die Umgebung war ziemlich ausgestorben und verwüstet.Einwanderer, welche damals auf Grund ihres evangelischen Glaubens in ihrer alten Heimat Ober- und Niederösterreich verfolgt waren suchten als Exulanten eine neue Bleibe.
Diese bekamen damals die Unterstützung vom Markgrafen aus Ansbach.
So wurden die wichtigsten Aufgaben nach dem 30 jährigen Krieg von Menschenhand erfüllt.
Das entvölkerte Gebiet wurde wieder besiedelt, der verwilderte Boden kultiviert und die zerstörten Gebäude wieder aufgebaut.

Den kaiserlichen (bayerischen) Generalwachtmeister Nikolaus Dietrich von Sperreuth – bekannt von der Dinkelsbühler Kinderzeche,
beschäftigt eine Begegnung abseits der Kampfzonen:
Die erst 14 jährige Anna Catharina, Tochter des markgräflich-ansbachischen Oberhofmarschalls Georg Friedrich von Lentersheim ist von dem 32 jährigen Kriegsmann Sperreuth schwanger. Im Mai 1633 kommt in Krautheim die uneheliche Tochter zur Welt.
Die Eltern der jungen Mutter drängen auf Heirat.- Für Sperreuth die Eintritskarte in den fränkischen Adel.
1638 übernahm das Ehepaar die Schloss- und Gutsherrschaft Trautskirchen.
Dietrich von Sperreuth Edler Panner und Freiherr auf Trautskirchen war wohl nur selten auf seinem Rittergut zugegen.
Die Kriegsgeschäfte liesen keine längeren Aufenthalte zu. Die Hauptlast der Verwaltung trug seine Ehefrau, die ihn 22 Jahre überlebte. Mit ihrem Tod im Juni 1680 in Bad Windsheim ging die Ära Sperreuth in Trautskirchen zu Ende.
Das Holzepitaph der Frau Sperreuth in der Trautskirchner Kirche.



Vor dem Kruzifix knien links Vater und Sohn, beide in Rüstung, rechts die Mutter und die etwa 20 jährige Tochter, dazu rechts und links je ein früh verstorbenes, weiß gekleidetes Kind. Am reich verzierten Rahmen sind die Familienwappen zu erkennen.
Das Epitaph entstand kurz vor dem Tod von Anna Catharina von Sperreuth.

Das hölzerne Taufbecken aus der Zeit um 1680 ist ein Augenschmaus.
Es wurde in Form eines viersäuligen Baldachins erstellt .
Warum anstatt des Heilig-Geist-Symbols Taube ein versilberter Kakadu aus Holz über der Taufschale schwebt lässt vermuten, dass dieser von einem reisenden Adeligen stammt.



Seit der letzten großen Innenrenovierung der Kirche 1982/83 kann der Altar wieder im Gegenlicht eines kunstvollen Mosaikfenster betrachtet werden.
Bei vorhergehenden Renovierungsarbeiten verschwand dieses schöne Fenster, wegen Beschädigung, im Dachboden des Kirchenschiffs und die Rückwand des Altars war über viele Jahre hinweg, je nach Anlass, mit einem roten oder schwarzen Tuch verhängt.

2007 spendeten die Konfirmanden einen Betrag zur Reinigung und Farbauffrischung des frühbarocken aus Holz geschnitzten Kunstschatzes.
Die Diplomrestauratorin C. Rötter stieß bei den Arbeiten auf der Hinterseite des Altars auf eine Inschrift, aus der hervorgeht, dass der Altar 1719 gestiftet wurde.
Bruchstücke der Namen waren zu lesen: Dorothea ? aus Kräft, Georg ? aus Hohenroth, Georg ? und seine Tochter aus Buch.
Aus dem Jahr 1895 gibt es eine Rechnung von 600 Mark, ausgestellt von einem Professor Weiß aus Nürnberg. Damals wurde der Altar überholt und mit Goldfarbe versehen.
Es wird vermutet dass Prof. Weiß auch die Abendmahlszene nach der Form von Da Vinci nachgemalt hat, die den Altar ziert.


Georg Friedrich Steinmeyer baute für Trautskirchen im Jahr 1890 die Orgel.
Ein Instrument mit mechanischen Kegel-Laden und 15 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal auf Opuszahl 411. Bei diesem Kegel-Ladensystem besitzt jede Pfeife ein eigenes Ventil. Insgesamt sind 837 Pfeifen untergebracht.
Diese Art von Orgel wurde nur etwa vierzig Jahre lang gebaut.
Es gibt heute nur noch wenige solche Schätze von Musikinstrumenten.
Viele wurden umgebaut und der Ton dabei erhellt.
Bei der letzten Renovierung im Jahr 2000 wurde der Bass wieder besser zur Geltung gebracht.
Durch Kalkstaub war die Orgel während der Renovierungsarbeiten am Kirchturm verunreinigt worden.
Da die Orgel wegen der kompletten Reinigung ausgebaut werden musste, wurde das Musikinstrument zugleich generalüberholt.
35 Pfeifen wurden neu gefertigt, da sie nicht zu reparieren waren. Bei den Holzpfeifen hatte sich der Holzwurm eingenistet. Die Löcher wurden mit heißem Wachs ausgegossen.
Alle Verschleißteile, die durch die mechanische Funktionsweise der Orgel abgenutzt waren, wurden erneuert. Jede Pfeife und jedes einzelne Teil bearbeiteten die Fachleute kunstvoll per Hand.
Möge dieser historische Kunstschatz noch vielen Generationen ein musikalischer Ohrenschmaus für die Gottesdienstbesucher in Trautskirchen sein.