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Flüchtlinge lernen Deutsch in der Natur

Ein praxisnahes Sprachprojekt fördert die „lagfa Bayern e.V. – Sprache schafft Chancen – Ehrenamtliche Sprachförderung für Asylbewerber“ (Augsburg) in Trautskirchen. Der örtliche Diakonieverein arbeitet an dem Vorhaben, Flüchtlingen Deutsch in der Natur nahe zu bringen. Drei Ehrenamtliche bereiten Aktionen durch Sprachunterricht vor, ob im evangelischen Gemeindehaus oder direkt vor Ort.
Wenn die Lehrbücher die entsprechenden Worte nicht beinhalten, dann werden Kataloge oder Werbeblättchen herangezogen. „Ich klebe die Bilder auf und beschrifte sie auf Deutsch. Die Flüchtlinge schreiben ihre Begriffe in Arabisch oder Äthiopisch oder Ukrainisch darunter.“, erklärt Inge Stocker, die den Sprachteil des Projekts verantwortet.
Die Flüchtlinge in der Region, dem Südwesten des Landkreises Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, spricht Sylvia Crane (Obernzenn) an, unterstützt von der Markt Erlbacher Flüchtlingshelferin Lee Pheng Hadlich, die später zum Vorhaben gestoßen ist. Inge Stocker und Sylvia Crane wurden zur engen Verzahnung mit dem Diakonieverein im Januar auch in den Diakonieausschuss Trautskirchen gewählt. Inhaltlich gestaltet mit den beiden das Sprach-Natur-Erleben Gudrun Ruttmann-Völlinger, ihres Zeichens Triesdorfer Baumwartin und Naturpädagogin im Baden-Württemberger Verbund.
Ein erster Gang in die Natur endete auf einer Streuobstwiese in Burgbernheim, wo der fachgerechte Obstbaumschnitt erklärt wurde und auch Bürgermeister Schwarz Flüchtlinge und Team begrüßte.

Gudrun Ruttmann-Völlinger erklärt die Grundlagen des Obstbaumschnitts.

 

Flüchtlinge setzen das Erlernte auch gleich in die Praxis um.

Den natürlichen Jahreskreis abbilden wollte das Team, indem bereits im März im Bucher Privatgarten von Inge Stocker Beete angelegt wurden, auf denen dann irgendwann das Buffet wachsen soll – durch das Jahr gehackt, gejätet und bearbeitet von den Flüchtlingen. 

Inge Stocker erklärt das Säen und Pflanzen im Gartenbeet.

Flüchtlinge hegen und pflegen die künftige Ernte durch das Jahr hindurch selber, so die Idee.

Auch Nicht-Geplantes hat seinen Ort in dem Projekt: Der Dammbau eines Bibers wird von der Naturpädagogin Gudrun Ruttmann-Völlinger dargestellt. Aber was heißt eigentlich „Biber“ auf Arabisch? Kann man essen, darf man aber nicht.

April ist der Bärlauch-Monat. Eine Bärlauch-Kultur bei Breitenau (Obernzenn) wurde abgeerntet, in der Küche des Trautskirchener Gemeindehauses gereinigt und gemeinsam verarbeitet. Bärlauch-Öl und Bärlauch-Butter waren der Rohertrag für die Flüchtlinge, neben der Erweiterung des Wortschatzes.

Fachgerechte interkulturelle Bärlauchsortierung.

Team und Flüchtlinge präsentieren ihre Erträge.

 Eine kommunale Wählerinitiative WIR in Bad Windsheim lud Flüchtlinge zu einem Besuch auf einem Bauernhof in Lenkersheim ein. Hier begegneten sich nicht nur die Menschen, sondern auch der Nachwuchs.

Der Vergleich eines modernen landwirtschaftlichen Betriebs mit moderner Tierhaltung und eines historischen Bauernhofs mit traditionellem Getier wurde zeitnah möglich: Das Freilandmuseum Bad Windsheim öffnete den Flüchtlingen einen Blick ins 19. Jahrhundert zurück, was die Einrichtung der Häuser und der Funktionen der Handwerker und Bauern betraf.

Der Kurs „Sprache erlernen im Erleben der Natur“ wird noch bis Herbst durchgeführt und wird noch folgende Elemente enthalten:
•    Beobachtung von Vögeln  und Tieren
•    Kennenlernen von Getreidesorten und –anbau
•    Verarbeitung verschiedener Mehlsorten, Backen von Brot und Kuchen
•    Waldwanderung mit Pilzerkennen und –sammeln
•    Ernten von Kirschen, Zwetschgen, Birnen und Äpfeln und ihre Verwertung
•    Besuch eines Weinbergs mit Erkennen von Trauben, Saft und Wein (soweit nicht Moslems)
Abgeschlossen wird der gesamte Kurs durch ein gemeinsames Herbst- bzw. Erntedankfest, zu dem auch die Nachbarn und Gastgeber des Jahres eingeladen sein werden.
Der nächste Termin ist Freitag, 12.Mai, 15.00: Kräuterkunde im Kurpark Bad Windsheim.